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ESM und die Stabilität

Klaus Regling, der erste geschäftsführende Direktor des ESM, sprach am 19. September in einem SAFE Policy Panel über die Anfänge und die Notwendigkeit der europäischen Backstop-Institution und stellte das Buch "Safeguarding the Euro in times of crisis – The inside story of the ESM" vor. Darüber hinaus diskutierte er mit Benoît Cœuré, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), und SAFE-Direktor Jan Krahnen über die die künftige Rolle des ESM. Regling betonte, dass die Einrichtung des EFSF und später des ESM entscheidend für die Stabilisierung der Europäischen Währungsunion (EWU) gewesen sei. "Unsere Reaktion wäre einfacher und schneller gewesen, wenn wir zu Beginn der Krise bereits einen Backstop wie den ESM gehabt hätten", so Regling. Der ESM wirkt wie eine fiskalische Säule der Währungsunion. Während die geldpolitischen Instrumente der EZB die Finanzinstitute nach der Krise stabilisierten, versorgte der EFSF jene europäischen Länder mit Liquidität, die den Zugang zu den Kapitalmärkten verloren hatten.

Regling sagte, die Krise sei nicht vorhersehbar gewesen; aus diesem Grund habe deshalb in der Währungsunion für die Mitgliedstaaten ein "Kreditgeber der letzten Instanz" schlicht nicht existiert. Obgleich der Internationale Währungsfonds Finanzierungen für illiquide Entwicklungsländer bereitstelle, hätte seine Kapazität für die entwickelten europäischen Länder nicht ausgereicht. Er erklärte, dass die europäischen Kreditnehmer-Länder aufgrund des langen Planungshorizonts und der guten Bonität des ESM wieder finanzielle Stabilität erlangen könnten. Für ihn besteht kein Risiko für Moral Hazard, da die Kreditvergabe an Reformen in diesen Ländern gebunden ist. Die fünf Länder, die Mittel erhalten haben – Irland, Portugal, Spanien, Zypern und Griechenland - seien nun die Länder in der EU mit der besten Performance, sagte Regling.