Der FIRM Forschungspreis 2018, unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministers für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al Wazir, wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben. Als Sieger ging Steffen Krüger von der Universität Regensburg mit seiner Arbeit zu „Advanced Dependency Modeling in Credit Risk – Lessons for Loss Given Default, Lifetime Expected Loss and Bank Capital Requirements“ hervor. „Finanzinstitute benötigen risikobasierte Kapitalreserven, um sich gegen zukünftige finanzielle Verluste abzusichern“ ist eine der Motivation, mit der Krüger seine Arbeit begründete. In seinen Ausführungen beschrieb der Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Statistik und Risikomanagement aktuelle Problemstellungen im Kreditrisikomanagement der Banken, die sich aus dem Spannungsfeld zwischen Regulierung, Bilanzierung und Bankpraxis ergeben. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf einer Bemessung des Kreditrisikos, dem Bestand notleidender Kredite, der rechtlichen Durchsetzung von Kreditforderungen sowie der Prozyklizität von Kapitalanforderungen. Für Günter Franke, Professor für Internationales Finanzmanagement i.R. an der Universität Konstanz und Co-Beiratsvorsitzender von FIRM, zeichne sich der Forschungsbeitrag durch eine sehr hohe Relevanz für das Bankmanagement und die Regulierung aus. „Die Ergebnisse sollten genutzt werden, um die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors in Krisenzeiten und somit auch die Finanzstabilität zu stärken“, lautet das Fazit des Jury-Vorsitzenden Franke. Für Krüger als auch den betreuenden Lehrstuhl bedeutet der FIRM-Forschungspreis je 15.000 Euro Preisgeld.

Zu den weiteren Preisträgern zählen auch Elia Berdin (International Center for Insurance Regulation) und Marius Pfeuffer, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). In seiner Dissertation „Essays in Microprudential and Macroprudential Supervision in Insurance“ analysiert Elia Berdin die Auswirkungen einer länger anhaltenden Niedrigzinsphase und sinkender Sterblichkeitsraten auf die Solvabilität und Profitabilität von Lebensversicherungsunternehmen. Zudem setzt er sich mit der systemischen Relevanz von Versicherungsunternehmen auseinander. Unter dem Forschungstitel „Essays on theMeasurement of Credit Risk“ fokussiert Marius Pfeuffer auf die Umsetzung der Rechnungslegungsvorschrift IFRS 9, indem er bisher verwendete Schätzmethoden kritisch analysiert und Methoden zur Behebung ihrer mathematischen Schwächen vorschlägt. Die beiden Verfasser nahmen jeweils 2.000 Euro Preisgeld entgegen. Ein Preisgeld in gleicher Höhe ging auch an die jeweils betreuenden Lehrstühle.

Und auch bei der Förderung von Forschungsprojekten engagiert sich FIRM verstärkt für die Wissenschaft. Aus insgesamt 14 Einreichungen verschiedener Hochschulen Deutschlands, wurden folgende Projekte ausgewählt: „Unternehmensdiversifikation“ (Dr. Daniel Hoang, Karlsruher Institut für Technologie), „Sovereign Risk“ (Prof. Dr. Sascha Steffen, Frankfurt School), „Systemic risk measurement and model risk“ (Prof. Dr. Peter Grunke, Universität Osnabrück) und „Kreditrisiken und Zahlungsmoral im digitalen Zeitalter“ (Prof. Dr. Christina E. Bannier, Justus-Liebig Universität Gießen). Die Gesamtfördersumme beläuft sich auf 211.100 Euro im Jahr 2018. Damit stellt FIRM unter Beweis, wie wichtig die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Finanzumfeld ist. Uwe Fröhlich nennt es großes Glück, dass am Finanzplatz Frankfurt am Main ein „Ökosystem“ entstehen konnte, zu dem neben Dienstleistern und Beratern auch eine ebenso leistungsstarke wie praxisorientierte Forschungslandschaft gehört […]“. FIRM ebnet mit seiner Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie von Forschungsvorhaben den Weg zu einem modernen und nachhaltigen Risikomanagement. Und damit setzt FIRM ein klares Zeichen. Und das heißt: den kritischen und konstruktiven Diskurs im Risikomanagement begleiten sowie neue Impulse zu setzen. 
 


Laudator Uwe Fröhlich, Generalbevollmächtigter und designierter Co-Vorstandsvorsitzender der DZ BANK, zusammen mit den Preisträgern des FIRM-Forschungspreises: Marius Pfeuffer Steffen Krüger und Elia Berdin (von rechts).